Juli 2018:

COLT und der „große Flohmarkt“
gehen in die nächste Runde…

Sehr geehrter Leser, lieber Freund und Gönner von COLT,

vor knapp 10 Jahren bereits wurden wir den Veranstaltern des „großen Flohmarktes“ in Berchtesgaden als ein förderwürdiges Projekt vorgeschlagen, das man doch aus den Einnahmen des Flohmarktes mit unterstützen könnte.
Gesagt, getan – wir erhielten bei der Spendenverteilung einen Teil der Einnahmen und haben uns seither jedes Jahr als Helfer mit eingebracht.

Dies reichte von der Vorbereitung der Verkaufszelte und –stände, der täglichen Warenannahme in der Woche vor dem Ereignis, dem Sortieren und Aussortieren der gespendeten Waren, über das Verbringen an die diversen Verkaufsstände bis hin zur Übernahme eines konkreten Standes und dem Verkauf der hier angebotenen Artikel. Selbstverständlich zählten am Ende des Flohmarkts auch der Rückbau des Geländes, das Entsorgen nicht verkaufter bzw. verkäuflicher Waren sowie das generelle „Groß-Reinemachen“ mit dazu.

Schon in wenigen Tagen ist es wieder soweit – hier der diesjährige Flyer zum Flohmarkt 2018:

Dieses „Großereignis“, das sich für die Helfer – ohne die Planungsphase zu berücksichtigen, die ohnehin schon Monate zuvor beginnt – über eine ganze Woche hinzieht, ist jedes Jahr aufs Neue eine Herausforderung für alle.
Es ist verblüffend, wie es den Organisatoren jedes Jahr wieder gelingt, so viele motivierte, ehrenamtliche Helfer auf die Beine zu stellen, die ihre Zeit und Arbeitskraft in den Dienst einer „guten Sache“ stellen. Zwar sind auch viele dieser Helfer – ähnlich wie wir – in einem der geförderten Projekte engagiert, aber bei weitem nicht alle.
Gerade für Berufstätige sind „Helfen wollen“ und „Helfen können“ nicht immer gut miteinander vereinbar, besonders wenn dann auch noch Wegezeiten durch das Pendeln zwischen Arbeitsstätte und Wohnort dazu kommen.

Dies stellt auch eines der jährlich wiederkehrenden Probleme für uns von COLT dar.
Wir sind ein recht kleiner Verein - nicht alle unserer rund 20 Mitglieder wohnt in der Nähe – viele sind in Norddeutschland oder auch im Ausland beheimatet.
Vom verbleibenden Rest gehen alle einer geregelten Arbeit nach, die meisten davon nicht am Ort Berchtesgaden.
So ist es nicht weiter verwunderlich, dass die Zahl der Helfer während der Vorbereitungen recht dünn gesät ist.

AmTag des Flohmarktes – der sich seit kurzem auf den Freitag-Abend und den darauf folgenden Samstag-Vormittag aufteilt – sieht die Situation etwas besser aus, jedoch ginge es auch hier kaum ohne weitere, helfende Hände aus dem Freundes- oder Bekanntenkreis sowie den Familien dieser Helfer.

Gerade in diesem Jahr schweben noch einige Vorbehalte durch den Raum: eine gerade eben beschriebene, sehr dünne Helferdecke – speziell für den durch COLT betreuten Verkaufsstand, der erstmals neue Ort, an dem der Flohmarkt stattfinden wird und die sich daraus ergebenden Neuerungen und Einschränkungen, mit denen man sich arrangieren muss.
Aber: Jeder Neuanfang bietet Chancen und Möglichkeiten, denen man sich nicht verschließen sollte.

Ich bin mir sicher, dass der „große Flohmarkt“ 2018 auch wieder ein Erfolg wird und man im Rückblick darauf sagen kann:
„Es war viel Arbeit, aber schee (schön) war’s“.

Gerne darf ich Sie, lieber Leser, so Sie denn auch rund um Berchtesgaden wohnen und Zeit und Lust zur Unterstützung haben, auffordern, sich mit einzubringen. Sie werden sehen, ein absolut gutes Gefühl.
Eine Kontakt- bzw. Handynummer, unter der Sie die Organisatoren erreichen können, steht auf dem oben ersichtlichen Flyer vermerkt.

Wie immer werden alle Einnahmen / wird der Reinerlös an viele soziale Projekte gespendet…
und wir sind dankbar, eines dieser Projekte zu sein.

H.H.

Juni 2018:

 

Mitgliederversammlung 2018

 

Vor wenigen Tagen – am 14. Juni – fand unsere diesjährige Mitgliederversammlung im Gasthaus „Bachhäusl“ in Bischofswiesen statt.
Obwohl auch Neuwahlen auf der Tagesordnung standen waren nicht mehr Mitglieder als üblich gekommen – leider, doch dies scheint ohnehin ein Trend zu sein.

Da einige der Teilnehmer bereits vorab angekündigt hatten, sich zu verspäten, wurde die Versammlung erst gegen 20.30 Uhr eröffnet. Dies tat aber der guten Stimmung keinen Abbruch, schließlich fand man so bereits vor dem offiziellen Teil Gelegenheit, sich auszutauschen und ohne Zeitdruck ein Abendessen einzunehmen.

Eröffnet wurde die Versammlung durch unseren 1. Vorstand, Robert Heiduczek, der es auch in diesem Jahr wieder einrichten konnte, zu diesem wichtigen Termin im Vereinskalender aus Kambodscha anzureisen. Nachdem er die Tagesordnung verlesen hatte und es keine Einwände gab berichtete er aus Kambodscha.
Das Heim und Gemeinschaftszentrum von COLT seien derzeit gut ausgelastet, aber alles laufe nahezu perfekt und
„im grünen Bereich“.
Auch berichtete er über die schon des Öfteren kommunizierte Neuausrichtung von COLT, bei der nicht mehr das klassische Kinderheim mit der Vollzeitbetreuung von Kindern, sondern ein ganzheitlicher Ansatz – im Zusammenspiel mit den teilweise noch verblieben Familien – in den Fokus rücke.
Für die Kinder, die nach wie vor im Heim leben, ändere sich im Prinzip nichts.
Nach den neuen gesetzlichen Vorgaben, auf die COLT sich schon frühzeitig eingestellt hat, sollen die Kinder bei COLT jedoch möglichst nur die notwendigen Betreuungs- und Bildungsangebote erhalten, die wir auch möglichst gezielt bereitstellen – leben sollen sie aber, sofern dies möglich ist, bei ihren Familien.
Das heißt auch, dass die Kinder, deren Familien in der Nähe leben, auch abends zu diesen zurückkehren und dort wohnen.
So können wir unsere Hilfe noch gezielter den um das Gemeinschaftszentrum wohnenden Menschen zukommen lassen, aber ohne Gefahr zu laufen, Wohltaten mit der Gießkanne zu verteilen, die nirgends richtig Wirkung zeigen.

Im Schriftführerbericht, den Herr Fritschka verlas, wurde auf das Vereinsjahr 2017 zurückgeblickt. Neben den markanten Informationen zu „COLT Deutschland“ wie etwa dem aktuellen Mitgliederstand, den eigenen Aktionen und Veranstaltungen wurden auch Informationen über das Jahr 2017 in Kambodscha, in gebündelter Form, vorgetragen.
Vor allem unsere neuen Mitglieder konnten so staunend verfolgen, wie emsig und ideenreich es dort zugeht.

Den Bericht des Kassiers trug Herr Halmich in gewohnter Weise vor. Die nackten Zahlen unterlegte er mit Hintergrundwissen und Prognosen, wie sie sich seiner Einschätzung nach in den kommenden Monaten und Jahren darstellen könnten.
Das Jahr 2017 war im Blick auf die Spenden ein sehr gutes Jahr, wenn es auch in diesem Jahr schon wieder deutlich anders aussähe. Wie immer wies der Kassier darauf hin, dass selbstverständlich alle Unterlagen zur Kassenführung von Mitgliedern bei ihm eingesehen werden könnten.

Auch die Kassenprüfung, die unser 2. Vorstand, Peter Heiduczek durchgeführt hatte, wusste nur das Beste zu berichten.
Die Kassenführung und Berichterstattung waren ordentlich wie immer und hätten auch in diesem Jahr keinerlei Anlass zu Beanstandungen gegeben. Ich kann deshalb nur vorschlagen, die Entlastung zu erteilen“ – so seine Worte.
Diesem Antrag folgten die anwesenden Mitglieder einstimmig und entlasteten Vorstandschaft und Kassier.

 

Nun kam es zum vermeintlich wichtigsten Punkt dieser Tagesordnung, den anstehenden Neuwahlen für die kommenden drei Jahre (2018-2020).
Um es kurz zu machen – die bisherigen Amtsinhaber (1. und 2. Vorstand, Schriftführer und Kassier) wurden einstimmig wiedergewählt und nahmen gerne auch wieder ihre jeweilige Wiederwahl an.
Kontinuität wird bei uns großgeschrieben - warum auch sollte man Bewährtes ändern?
Hier die „neuen Alten“…

Von links nach rechts: 1. Vorstand Robert Heiduczek, 2. Vorstand Peter Heiduczek,
            Kassier Helmut Halmich und Schriftführer Robert Fritschka

 

Beim letzten Punkt der Tagesordnung – Wünsche und Anträge – ging es aber durchaus nochmals um wichtige Themen,
die teilweise auch Diskussionen nach sich zogen.

Zum einen gab es den Ausblick auf den in rund einem Monat stattfindenden Flohmarkt, an dem sich COLT wieder beteiligen wird. Den aufgrund von Änderungen gegenüber den Vorjahren durchaus skeptischen Fragen (neue Örtlichkeit, verändertes Konzept, Leitung durch neuen Veranstalter) konnte Hr. Halmich aber mit einer positiven Grundeinstellung begegnen und alle Fragen, so welche aufkamen, kompetent beantworten – schließlich war er an vielen der vorbereitenden Besprechungen beteiligt.

Ein weiteres, auch für unseren Verein nicht zu unterschätzendes Thema, stellt das Inkrafttreten der DSGVO
(EU- Datenschutz Grundverordnung) zum 25.05.2018 dar.

Grundsätzlich zum Schutz von Verbrauchern und der Stärkung deren Rechte gedacht, betrifft dieses EU-weit geltende Recht nicht nur große Konzerne, sondern auch „die Kleinen“ wie etwa unseren Verein.
Herr Halmich hatte sich im Vorfeld verschiedenste Informationen besorgt und zugeschnitten auf unseren Bedarf zusammengestellt. So konnte ein Datenschutzkonzept präsentiert werden, an dem die neue Vorstandschaft nichts auszusetzen hatte. Speicherung und Verarbeitung der „Kundendaten“ liefen ohnehin in seinen Händen zusammen. Wie groß der zusätzliche, organisatorische Aufwand jedoch werden würde, ließ sich derzeit noch nicht abschätzen – wir sind gespannt.

Einen kleinen Wermutstropfen musste unser Kassier aber noch loswerden.
Herr Halmich ging auf das hervorragende Jahr 2017 und die sich für das aktuelle Jahr und die weitere Zukunft abzeichnenden Rahmenbedingungen hinsichtlich regelmäßiger, kalkulierbarer Spenden ein. Die Entwicklung sei leider rückläufig, was er mit Zahlen zu belegen suchte. Es erging deshalb der Appell an die Anwesenden, möglichst oft und positiv für COLT zu werben, nach neuen Mitgliedern und möglichst auch neuen Förderern und Spendern Ausschau zu halten sowie sich mit eigenen Gedanken hinsichtlich Aktionen zur Spendensammlung einzubringen.
Es gäbe so gut wie keine Denkverbote, allerdings eine Auflage:
Um Spendengelder zu generieren dürften keine anderen Spenden „in die Hand“ genommen werden – wir stehen nach wie vor unseren Geldgebern im Wort, dass jeder Euro und Cent einer Spende auch bei COLT / in Kambodscha ankommt.

Fazit: Wir müssen weiterhin aktiv sein und dürfen uns keinesfalls ausruhen!

Nach diesen motivierenden Worten wurde die Versammlung durch den Vorstand beschlossen, wobei in gemütlicher Runde noch weiter diskutiert wurde.

H. H.

März 2018

COLTs Newsletter in neuem Gewand

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Sehr geehrter Leser, liebes Mitglied, lieber Freund oder Gönner von COLT,

seit 2005 gibt es bereits COLT, seit 2006 unseren Verein, COLT Deutschland e. V..
Gemeinsam konnten wir in den letzten Jahren schon viele Erfolge erzielen…und damit sind nicht nur die Stiftung COLT, unser Verein COLT
Deutschland e. V. oder die zahlreichen freiwilligen Helfer gemeint - nein auch Sie liebe Freunde und Mitglieder, Gönner und Förderer,
denn Sie haben einen wesentlichen Anteil an unseren Erfolgen.

Ein Medium, das wir schon seit geraumer Zeit zur Informationsweitergabe nutzen, ist unser Newsletter. Seit März 2011 konnten wir Sie damit regelmäßig, zuverlässig und zeitnah über unser Kinderheim, Planungen und Entwicklungen – vor allem in Kambodscha – informieren.
Neben kurzen, textlichen Informationen waren diese Newsletter auch immer reich bebildert, so dass auch diejenigen von Ihnen, die noch nicht
die Möglichkeit hatten, COLT vor Ort zu besuchen, sich ein bestmögliches Bild machen konnten.

Doch auch unser Newsletter war ein wenig in die Jahre gekommen und es war an der Zeit, ihm ein kleines Face-Lift zu verpassen,
ihn an die „neue“ Zeit anzupassen.

 


Seit diesem Jahr – erstmals mit der Ausgabe März 2018 – haben wir einige Änderungen vollzogen, die sich zwar nicht inhaltlich, aber im Erscheinungsbild, vor allem im Handling zeigen.

Gab es den Newsletter – der Singular ist an dieser Stelle eigentlich nicht ganz richtig, gab es doch immer schon Versionen in unterschiedlicher Sprache – bislang stets schriftlich, als WORD- oder PDF-Dokument, in niederländischer und in englischer Sprache sowie als von uns (COLT Deutschland) übersetzte, deutsche Version, so werden diese Ausführungen seit 2018 „online“ bereitgestellt.
Die bei uns hinterlegten Personen, die uns ihre Mailadressen zur Verfügung gestellt hatten, erhalten ab sofort den jeweils aktuellen Newsletter über einen Link angeboten - und zwar in der von ihnen gewünschten Sprache (deutsch / niederländisch / englisch).

Selbstverständlich können Sie sich jederzeit für eine dieser Versionen bei uns registrieren lassen.
Am besten teilen Sie uns Ihren Namen (Name, Vorname und Adresse), Ihre E-Mail-Adresse und die gewünschte Sprache des Newsletters mit,
dann steht einer schnellen Information nichts mehr im Wege.
Einen Link zur letzten Ausfertigung in englischer Sprache finden Sie auch auf der Facebook-Seite von COLT – Cambodian Organization for Living and Temporary Care.
Haben Sie den Newsletter erst einmal über diesen Link geöffnet, so stehen Ihnen im Bereich der Kopfzeile sogar ein entsprechender Link für diese Registrierung (Subscribe) sowie ein weiterer Button zur Übersetzung in eine von mehreren Sprachen zur Verfügung.
Hier handelt es sich zwar um eine maschinelle Übersetzung, doch kann auch diese im Zweifel hilfreich sein.

Falls Ihnen jedoch der Sinn nicht nach „live“ und „online“ steht, so haben wir auch dafür Verständnis.
COLT Deutschland wird auch weiterhin eine Druckversion der deutschen – möglichst auch der englischen und niederländischen Version – bereit halten
und Ihnen diese – bei Bedarf und auf ausdrücklichen Wunsch – zukommen lassen.

Somit allen unseren Freunden und – denen, die es noch werden – viel Spaß mit dem neugestalteten Newsletter!

H. H.

 

Mai 2018:

Wie doch die Zeit vergeht…es wird wieder gewählt!

Fast auf den Tag genau vor 12 Jahren – Anfang Mai 2006 - fand die
Gründungsversammlung Firgur m Werbetafel COLT m Datumunseres „Verein COLT Deutschland e. V.“ statt.

Wir hatten uns damals entschlossen, das gleichnamige Kinderheim COLT in Kambodscha zu unterstützen.
Die Hintergründe und das, was wir seitdem bewirken konnten, können Sie auf den Seiten unserer Homepage gerne nachlesen.

 

Nun ist es wieder einmal soweit – alle drei Jahre endet die Amtszeit der gewählten Vereinsvertreter und in einer Neuwahl wird entschieden, wer für die kommenden Jahre Verantwortung übernimmt. Unser Verein zeichnete sich auch hierbei durch Beständigkeit und große Verlässlichkeit aus, doch stehen grundsätzlich alle Funktionen jedem Mitglied offen, so er (oder sie) sich dafür bewirbt und gewählt wird.

 

In einem Monat – am 14. Juni 2018 – findet unsere Mitgliederversammlung 2018 statt, in der das Vereins- und Berichtsjahr 2017 behandelt und die schon angesprochenen Neuwahlen durchgeführt werden.
Satzungsgemäß erhalten alle Mitglieder eine schriftliche Einladung per Post,
wir dürfen sie aber zusätzlich auch hier auf unserer Homepage veröffentlichen, denn wir freuen uns selbstverständlich auch über Menschen,
die an unserer Arbeit interessiert sind.

Auch Sie sind herzlich dazu eingeladen, dieser Versammlung beizuwohnen – wenn auch nicht stimmberechtigt.

 

Nicht nur wegen der Neuwahlen würden wir uns über eine rege Teilnahme freuen.

 

Im Namen der Vorstandschaft

Helmut Halmich (Kassier)

 

 

Hier die Details zur Versammlung:

homepage 2018

 

Bericht über COLT in der Tagespresse (Berchtesgadener Anzeiger)

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Sehr geehrter Leser, liebes Mitglied, lieber Freund oder Gönner von COLT,

auch 11 Jahre nach unserer Gründung ist „COLT Deutschland e. V.“ noch immer ein recht kleiner und überschaubarer Verein – wir verfügen gerade einmal über (derzeit) 21 Mitglieder.
Trotzdem können sich unsere Erfolge für das Kinderheim in Kambodscha durchaus sehen lassen.

Lediglich die Bekanntheit unseres Vereins und unseres Engagements könnte größer sein.

Umso mehr freut es uns, dass wir gleich zu Jahresanfang 2018 – am 5. Januar – mit einem Bericht über uns und unser Wirken in der örtlichen Presse erschienen sind. Der Berchtesgadener Anzeiger veröffentliche den im Folgenden genannten Bericht, den wir lediglich aus Gründen der besseren Darstellung abgeschrieben haben.

Viel Interesse bei der Lektüre…

Vom Müllkind zur Lehrkraft

Berchtesgadener Verein „C.O.L.T.“ bekommt von kambodschanischer Regierung Zertifikat

Berchtesgaden – Wer ihre Eltern sind, wissen sie nicht. Ein Zuhause hatten sie nie. Endstation Müllhalde. Wer Glück hat, bekommt einen Heimplatz, wenn aber auch das Heim vom Unwetter weggerissen ist und man auf der Straße landet, die auch keine mehr ist, wohin dann?
Das ist Alltag in Kambodscha. Ein vergessenes Land. Seit elf Jahren engagiert sich der Berchtesgadener Verein „C.O.L.T.“ ehrenamtlich, sammelt Spenden, baut soziale Einrichtungen und hilft den Ärmsten der Armen. Neben vielen Erfolgen gibt es aber auch Rückschläge. Wie aus einer „Schublade“ mit Habseligkeiten ein geordnetes Leben nahe der „Killing Fields“ werden kann, erfuhr der „Berchtesgadener Anzeiger“ im Gespräch mit Peter Heiduczek und Helmut Halmich.

„Mein Bruder Robert kam von einer Urlaubsreise aus Kambodscha zurück und berichtete von einem wunderschönen Land mit erschreckender Armut und sozialem Elend“ erinnert sich Peter Heiduczek.

„Er sagte, man müsse was tun, und fragte uns, ob wir mitmachen“, ergänzt er.  Seine Freunde Helmut Halmich, Klaus Göbel, Gerhard Gasslhuber und Robert Fritschka waren schnell gewonnen und der Verein ins Leben gerufen. „C.O.L.T.“ steht für „Cambodian Organization for Living and Temporary Care“. Letztes Jahr feierte der Verein bereits sein 10. Jubiläum.
Von Beginn an steht die Förderung von Erziehung und Bildung hilfsbedürftiger Kinder in Kambodscha im Mittelpunkt.
Robert Heiduczek wohnt seit Jahren in Kambodscha.

sportangebote
 

Hilfe zur Selbsthilfe

Noch immer gibt es verminte Landstriche aus der Zeit der maoistisch-nationalen Roten Khmer. Auch Kinderprostitution ist allgegenwärtig.
Kassier Helmut Halmich ergänzt: „Das Land ist weit weg und Krisenherde gibt es viele auf der Welt. Wir haben uns des Schicksals Kambodschas angenommen und seither viel bewegt.“ Alles begann mit einfachem Hüttenbau, erzählt er. „Keines der Kinder hatte etwas für sich alleine, Schulunterricht gab es nur dann und wann, die hygienischen Verhältnisse waren für europäische Ansprüche katastrophal. Duschen hieß: einen Topf Wasser über den Kopf.“

Zwischen 2005 und 2015 errichtete „C.O.L.T.“ vor den Toren der Hauptstadt Phnom Penh ein Heim für 30 Kinder und Jugendliche. Mittels Unterkunft, gesunder Ernährung, hygienischer Maßnahmen und einer medizinischen Versorgung verbesserte der Verein Existenz und Lebensverhältnisse nach und nach. Sowohl Heimkindern, Schülern und auch einigen armen Studenten sollten Perspektiven geschaffen werden.

2018 eröffnete „C.O.L.T.“ die eigene Kindertagesstätte für Kinder im Alter von 3 bis 6 Jahren. Bis zu 10 Kinder konnten qualifiziert betreut und an das Lernen herangeführt werden. Viele waren unterernährt und krank. Oft mussten Kinder durch Betteln und Müllsammeln zum Familieneinkommen beitragen. Sozialarbeiter versuchen, die Kinder wieder in Familien zurückzuführen.

Ein Schwerpunkt des Vereins beruht auf späteren Ausbildungsmöglichkeiten.  Die kostenlose Teilnahme an Englischunterricht und Computerkursen für Jugendliche wurde eingerichtet.
Halmich: „Das hat einen ganz besonderen Hintergrund. Es ist nicht so, dass wir das Geld nur reinpumpen und sagen: Nun macht mal“. Dazu seien die Leute oftmals nicht fähig. „Sie haben eine andere Mentalität als wir Europäer. Helfen heißt für uns: Hilfe zur Selbsthilft. Daher ist uns die Nachhaltigkeit des Projekts so wichtig. Ein ehemaliges Heimkind, zum Beispiel, ging an die Uni und wird jetzt örtliche Lehrkraft.“


Mit Hartnäckigkeit gegen Rückschläge

Aber es gibt immer wieder Probleme. Bis 2015 befand sich die Vereinseinrichtung auf gemieteten Grundstücken und der Fortbestand wurde komplizierter. Die Mieten stiegen, die Stadt verkaufte viele Grundstücke und der Mietvertrag wurde nicht verlängert. Nur durch eine schnelle Spende konnte ein eigenes Grundstück erworben werden. Es entstand ein neues Gemeinschaftszentrum und wurde zum Mittelpunkt der verarmten Gegend. Auch die Bebauung erwies sich während der Regenzeit 2016 als problematisch, was unkalkulierte Investitionen nach sich zog. Im vergangenen Jahr musste an der Entwässerung und der Befestigung gearbeitet werden. Das fraß einen großen Teil der Spenden.

Dennoch gelang 2017 die Wiederinbetriebnahme der eigenen Schule. Nach monatelanger Organisationsarbeit und der Wiederverwendung von Materialien des ursprünglichen Gebäudes konnte der Unterricht wieder stattfinden. 70 Kinder und Jugendliche besuchen derzeit täglich die Schule. Lehrer und Freiwillige helfen dabei, je nach Kapazität will „C.O.L.T.“ in die Erwachsenenbildung investieren und sich weiter in die Dorfgemeinschaften integrieren.  Studenten können sogar ihr Praktikum in der Kindertagespflege oder durch Computerunterricht absolvieren.
Mittlerweile gehört auch eine kleine Klinik zur Einrichtung. „C.O.L.T.“ gab einem bisher ausschließlich mobilen medizinischen Team ebenfalls eine neue Heimat und seit 2016 werden mehrere wöchentliche, kostenlose Ärztesprechstunden angeboten.
Ergänzend gefördert werden soll auch das Umweltbewusstsein – zum Beispiel im Umgang mit Plastikmüll machen sich die Kambodschaner kaum Gedanken.

Zertifikat von der Regierung

Auch das Sport- und Freizeitangebot genießt einen hohen Stellenwert in der Einrichtung. Ob Fußball, Volleyball oder Badminton, auch Schach, Basteln und Computerstunden stehen zur Verfügung. Das ist für „C.O.L.T.“ wichtig, denn es begeistert, bildet und fördert das soziale Miteinander der Kinder.

Vereinshöhepunkt 2017 war die Auszeichnung des Sozialministeriums für die geleistete Arbeit entsprechend der gesetzlichen Anforderungen zur „alternativen Pflege für Kinder“. Das von der UNICEF mit angestoßene Gesetz wurde von „C.O.L.T.“ erfüllt und man erhielt im Rahmen der Umsetzung von der Regierung ein Zertifikat. „Dieser Erfolg macht uns stolz und war nur durch Spenden umsetzbar. Außerdem arbeiten wir alle ehrenamtlich und können versichern, dass die Spenden zu 100 Prozent der Einrichtung zu Gute kommen“ erklären Peter Heiduczek und Helmut Hamich abschließend.