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Einblick ins Tagesgeschäft

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April 2017:

Einblick ins Tagesgeschäft

Der Alltag in unserer Organisation
ist nicht nur durch Spendenübergaben
sondern durch viel harte Arbeit geprägt.

Liebe Leserin, lieber Leser,

die Frühlingszeit hier in Deutschland ist stets eine eher ruhige Angelegenheit. Der Kassenabschluss des Vorjahres ist erledigt, der große Flohmarkt im Sommer steht erst noch vor der Türe (im Juli ist es übrigens wieder soweit).
Für uns von COLT Deutschland ist die Zeit eher mit Verwaltungstätigkeiten angefüllt.
Nicht so in Kambodscha - hier ist das ganze Jahr über Betrieb und "Alltag" in punkto Unterstützung von Kindern und deren Familien.
Ich darf aus diesem Grund zwei, drei bemerkenswerte Ereignisse aus dieser Zeit im neuen Gemeinschaftszentrum von COLT berichten.

COLTs Schule beginnt mit einer Spielklasse

Viel Herzblut wurde in die Umsetzung einer Spielklasse gesteckt, bei der die jüngsten Kinder aus unserer Nachbarschaft vor allem spielerisch an die englische Sprache herangeführt werden. Dank einer Spende unserer Freiwilligen Ivonne und dem didaktischen Wissen von Aga und Christine, die sich beide schon lange für COLT engagieren, waren wir in der Lage einen farbenfrohen Klassenraum einzurichten, in dem die Kinder sich alle 20 Minuten einem neuen Thema widmen können. Dies sorgt dafür, dass sie aktiv den wenigen Unterrichten folgen. Die ersten Erfolge dieses neuen Konzeptes sind recht vielversprechend. Natürlich gehört auch eine gute Portion Spielen mit den anderen Kindern dazu, denn auch ein vernünftiger Umgang zwischen den Kindern will erst einmal erlernt sein.


 

Erstes Kind der Tagespflege wird wieder eingegliedert

Nur acht Monate nach Eröffnung unseres Sreyka Smile Tageszentrums konnte das erste Kind erfolgreich wieder in seine Familie eingegliedert werden. Als der kleine Sambath zu uns kam hatte ihn seine Mutter in der Obhut des Vaters und Onkels gelassen, von denen keiner ein regelmäßiges Einkommen hatte. Die beiden waren jedoch sehr bemüht, diese wenig wünschenswerte Situation zu ändern und suchten nach Arbeit, während unser Personal sich um Sambath kümmerte und daran ging, sein Betragen zu verbessern. Im Laufe der kommenden Wochen fanden die Männer Arbeit und die Mutter kehrte nach hause zurück. Jetzt gibt es zwei Versorger und Sambath steht eine Vollzeit-Mama zur Seite. Unsere Sozialarbeiterin analysierte die Situation sorgfältig und kam zu dem Schluss, dass die Verbesserung der Situation ausreichend war, um Sambath wieder zurück in die Familie zu entlassen.
Selbstverständlich wird die Situation in den kommenden Monaten weiter sorgsam überwacht, trotzdem sind wir bereits jetzt stolz über diesen Erfolg, der sich ohne unseren Einsatz sicher so schnell nicht eingestellt hätte.

 

Projekt “Selbsthilfe-Gruppen” gestartet

Unser Heimleiter Piseth ist begeisterter Verfechter eines neuen Projektes.  Seit Januar baut COLT eine Selbsthilfe-Gruppe mit dem Gedanken auf,  dass eine nachhaltige Unterstützung für die Gemeinschaft aus der örtlichen Bevölkerung selbst erfolgen muss. Diese Selbsthilfegruppe besteht aus motivierten Mitbürgern, die Einfluss auf die Menschen vor Ort haben. Diese werden angeleitet Probleme innerhalb der Dorfgemeinschaft selbst zu erkennen, diese zu analysieren und möglichst effektive Lösungen zu finden. Die Rolle von COLT wird sich hierbei von Motivation, Lösungsansätzen und Trainings während der Anfangsphase hin zu einer unterstützenden, nur noch begleitenden Rolle ändern, sobald die Selbsthilfegruppe/n sich etablieren. Da die Mitglieder Teil der Dorfgemeinschaft sind können diese als erste Probleme wie etwa schlechte hygienische Bedingungen, Drogen- oder Alkoholmissbrauch erkennen und erste Lösungsvorschläge innerhalb der Gruppe mit den anderen Mitgliedern erörtern. COLT kann hier beratend oder mit einem fachlichen Rat aus unserem Netzwerk anderer Institutionen unterstützen. Die Gruppenmitglieder können ihrerseits dazu beitragen, Wissen und Einsichten in die Gemeinschaft zu tragen, so dass die Menschen nicht nur auf aktuelle Probleme reagieren, sondern geeignete Maßnahmen für die Zukunft ergreifen können.  
Ein wahrhaft ehrgeiziges Projekt, das eine gute Verzahnung in die örtlichen Dorfgemeinschaften voraussetzt, um den eigenen Leuten zu helfen.

 

H. H.