Juni 2020:

Einblicke in unser tägliches Leben…mit Corona

 

Liebe Leserinnen und Leser,


einige von Ihnen sind vielleicht neugierig, wie COLT mit der COVID-19 (Corona)-Pandemie umgeht. Wir möchten Ihnen daher in ein paar Sätzen auf diese Frage antworten.

Nach den offiziellen Empfehlungen der kambodschanischen Regierung haben wir am Montag, den 16. März, unsere Schule, die Kindertagesstätte und alle täglich stattfindenden Aktivitäten, z. B. die Nutzung unseres Sportplatzes vorerst einstellen müssen. Aufgrund dieser Situation haben alle Freiwilligen und Praktikanten – aus Kambodscha, aber auch international - ihre Arbeit beendet und sind nach Hause zurückgekehrt – noch ist ja kein Silberstreif am Horizont zu erkennen. Nur wenige unserer Angestellten sind noch vor Ort und sorgen dafür, dass die verbliebenen Heimkinder gut versorgt sind – z. B. unser Heimleiter, die Köchin oder etwa unser Wachmann.

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Wir versuchen aber diese schwierige Zeit nicht ungenutzt verstreichen zu lassen, sondern arbeiten an Sachen, die repariert oder neu organisiert werden müssen.
So widmen wir uns im Moment auch neuen Zielen und Regularien, die unsere Organisation künftig stärken sollen.
Unsere Heimkinder durften im letzten Monat, zum Khmer-Neujahrsfest in ihre Heimatstädte und ihre Familien besuchen, jetzt sind sie wieder zurück, sicher und gesund – leben hier aber mit mehr Abstand als zuvor.

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Ab sofort liegt ein noch größerer Teil unserer Aufmerksamkeit auf Hygiene, insbesondere einer guten Handhygiene. Wir üben auch „Abstand halten“ mit den Heimkindern und messen täglich Temperatur.
Um unsere Einkäufe und Besuche auf dem Markt auf ein nötiges Mindestmaß zu reduzieren und auch ein wenig autarker zu werden haben wir in fruchtbare Erde und Saatgut für Gemüse investiert.


Wir beschäftigen uns natürlich immer noch intensiv mit den Kindern in unserer Gemeinschaft. Da sie es gewohnt waren, einen großen Teil des Tages in unserem Gemeinschaftszentrum zu verbringen, ist dies für viele von ihnen eine herausfordernde Zeit mit großen Veränderungen.

Durch großzügige Spenden – unter anderem auch einer kurzfristigen Spendenaktion von COLT Deutschland - konnten wir mehr als 80 Kindern Hygiene- und Lernpakete zur Verfügung und einigen der am stärksten gefährdeten Familien Reis und andere dringend benötigte Hilfen zur Verfügung stellen.

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Viele Eltern sind arbeitslos geworden, da die Fabriken schließen und die Leute im Allgemeinen weniger Geld ausgeben, es möglichst zusammenhalten. Ladenbesitzer und Straßenverkäufer haben es derzeit sehr schwer, über die Runden zu kommen.

Vor einigen Wochen haben wir uns auch zum ersten Mal mit einem Online-Unterricht versucht… und es ist bisher ganz gut gelaufen.
Zurzeit nehmen fast 50 Schüler daran teil, und wir arbeiten daran, noch mehr Kinder zu erreichen. Durch Online-Unterrichte können wir nicht nur unseren Englisch-Unterricht aufrechterhalten, sondern auch wichtige Informationen austauschen und emotionale Unterstützung geben.
Unsere jüngsten Schüler kommen einzeln vorbei, um wöchentlich Hausaufgaben im Gemeinschaftszentrum abzuholen.
Die Rückmeldungen der Schüler und ihrer Familien waren bisher sehr positiv und ermutigend.

Wir sind im Moment alle gesund und gut aufgehoben und versuchen unser Bestes, um diese sehr schwierige Zeit durchzustehen.

Im Sinne aller Mitglieder unserer großen COLT-Familie – achtet gut auf euch!

 

❤️

H. H.