Oktober 2020

Corona… und kein Ende in Sicht!

 

Liebe Leserin, lieber Leser,
sehr geehrte an unserer Arbeit interessierte Mitmenschen,

jeder von uns konnte in den vergangenen Monaten Erfahrungen mit Corona sammeln.

Man kann diejenigen, die Verantwortung für Menschen und ganze Länder tragen durchaus verstehen, dass zum Schutz ihnen anvertrauter Menschen Maßnahmen ergriffen wurden. Auch wenn man über die Sinnhaftigkeit verhängter Einschränkungen wie etwa die Lock-Downs, deren Erfolg und vor allem der Dauer vieler Maßnahmen trefflich diskutieren kann -  ebenso wie über die vermeintlichen, positiven Auswirkungen – so steht außer Frage, dass ohne den Blick auf den Virus und eine potentielle Erkrankung zu verlieren viele Nachteile für die Menschen erst dadurch geschaffen oder mindestens in Kauf genommen wurden.

Ohne auf Hintergründe einzugehen kann man Folgendes feststellen:

Hier in Europa – speziell in der Bundesrepublik Deutschland – sind die krankheitsbedingten Folgen absolut überschaubar. Man könnte fast sagen, dass dieses Virus und eine dadurch verursachte Erkrankung weitgehend mit der saisonal auftretenden Influenza-Welle zu vergleichen ist. Warum jedoch eine derart unterschiedliche Herangehensweise und diese teilweise massiven Einschränkungen in viele Bereiche des täglichen Lebens ergriffen wurden, kann ich nicht beurteilen – teilweise auch nicht nachvollziehen.

      

In anderen Teilen der Welt sind die kommunizierten Auswirkungen zum Teil durchaus unterschiedlich.
Während man in Amerika - vor allem auch Südamerika - über enorme Infektions- und Todeszahlen klagt wurde erst aktuell berichtet, dass Afrika kaum Besorgnis erregende Zahlen beisteuern muss.
Gleiches kann man für den südostasiatischen Raum sagen, in dem ja unser Projekt COLT angesiedelt ist.

Sicherlich werden hier in einer weitaus geringeren Zahl Menschen einem PCR-Test unterzogen, vermutlich nur solche, die Symptome einer Erkältung oder Lungenerkrankung zeigen, aber auch hier sind die positiven Treffer absolut gering – rund 275 bei einer Einwohnerzahl von knapp 16 Millionen Menschen.
Von Todesfällen in Kambodscha im Zusammenhang mit Corona ist mir derzeit nichts bekannt (Stand 27.09.2020, s. Grafik oberhalb rechts).

Trotz dieser positiven Zahlen wurden auch hier erhebliche Einschränkungen vorgenommen.
Dies trifft vor allem kleine Selbständige und Angestellte, die nicht wie in Deutschland durch ein Kurzarbeitergeld aufgefangen werden – hier wird man von einem Tag zum nächsten arbeitslos.
Zudem halten Menschen, die kein Einkommen mehr haben, ihr Geld noch fester zusammen und überlegen mehr als einmal, ob eine Ausgabe nötig ist. Dies gilt auch für Dinge des täglichen Gebrauchs und für Lebensmittel. Das wiederum wirkt sich auf weitere, meist kleine Händler und Geschäfte aus, deren Weg nach unten schon vorgezeichnet ist.

Und sicherlich darf man die Kinder nicht vergessen.
Zum einen sind die Schulen geschlossen und ein Ende ist noch nicht abzusehen, zum anderen geht dieser Tage – gerade in armen und ärmsten Familien -  der Trend wieder dahin, dass die Kinder zum Erwerb des Familieneinkommens beitragen müssen, um nicht „vor die Hunde“ zu gehen. Die Auswirkungen für die Zukunft gerade solcher Kinder sind dadurch Besorgnis erregend.
Leider sind uns bei COLT in gewisser Weise die Hände gebunden, soll heißen wir können und dürfen derzeit auf keine ausländischen, freiwilligen Helfer zurückgreifen, die uns in der Vergangenheit maßgeblich in der Umsetzung unserer Ziele unterstützt hatten.

Wir haben uns deshalb vorgenommen Möglichkeiten zu schaffen, dass die Kinder nicht zu Leidtragenden dieser Krise werden. Zwei Punkte, die in diesen Bereich fallen, sind die Festanstellung eines Lehrers und bis zu drei bezahlter, einheimischer Praktikanten, aber auch die Installation einer auf unsere Bedürfnisse zugeschnitten Möglichkeit des E-Learnings, denn hierzu sind die Voraussetzungen in Kambodscha vergleichsweise gut.

Eine entsprechende Kampagne wurde durch unsere niederländischen Kollegen über die Plattform „GoFundMe“ bereits im Juli eingerichtet. Nach anfänglich gutem Zuspruch scheinen die Spenden jedoch zu stagnieren und weniger zu werden, so dass ein erfolgreicher Abschluss derzeit nicht sicher ist.
Wir möchten Sie daher bitten, diese zweisprachige Plattform zu besuchen und dort nach Möglichkeit eine Spende zu platzieren.

Hier der betreffende Link: gofundme.com

 

Wer möchte kann aber auch gerne auf unsere nächste, eigene Kampagne warten, die wir noch in diesem Monat – Oktober 2020 – starten wollen. Wir werden Sie gerne nochmals im Detail informieren, wenn es soweit ist.
Bitte behalten Sie uns im Hinterkopf und nutzen Sie die Möglichkeit, für einige der ärmsten Kinder der Region rund um Phnom Penh zu spenden.

H. H.