Mai 2021:

Es gibt etwas zu feiern…

 

Sehr geschätzte/r Leser/in,

gerade in schwierigen Zeiten sollte man positive Dinge nicht aus den Augen lassen…
in diesem Monat – im Mai 2021 – gibt es für COLT einen Grund zu feiern.


Man mag es kaum glauben, der Verein „COLT Deutschland e. V.“ wird 15 Jahre alt.
Lassen Sie uns deshalb ein paar Erinnerungen auffrischen.

 

Was passierte damals – vor 15 Jahren - in Kambodscha?

Unser Vorstand Robert war Anfang der 2000-er Jahre in Südostasien unterwegs und lernte Land und Leute kennen und schätzen. Wenn man dieses Land selbst schon bereisen durfte wundert es nicht, dass er den Entschluss fasste, länger in dieser Region zu bleiben und sich schließlich niederzulassen.
Im Laufe der Zeit fiel seine Wahl auf Kambodscha, genauer gesagt die Hauptstadt Phnom Penh, die zu dieser Zeit den Dreh- und Angelpunkt Kambodschas zur Außenwelt darstellte.
Robert entschied sich im aufblühenden Tourismusgewerbe Fuß zu fassen, streckte seine Fühler aus und kam mit mehreren Personen, Einheimischen, aber auch Ausländern – so genannte „Ex-Pats“ – zusammen.

Dadurch lernte er die Hotspots des Landes, aber auch weniger attraktive Ecken kennen, die eher im Schatten liegen und nicht vom Glanz eines Königspalastes oder der Riverside profitieren.
Verschließt man nicht die Augen, so kann man zwangsläufig arme Menschen und bettelnde Kinder wahrnehmen. Waisenhäuser sind bis heute kein ungewöhnlicher Anblick, auch was deren Zahl betrifft.

Ein kleines Waisenhaus hatte es ihm und seinen neuen Freunden besonders angetan, zumal dieses Waisenhaus damals kurz vor dem Abgrund stand… oder bereits einen Schritt darüber hinaus war.

Das Kinderheim hieß „CColt“ – cambodian childrens orphanage for living and training.

Der Monsun hatte die ärmlichen Hütten dieses Heims stark in Mitleidenschaft gezogen und – was noch schlimmer war – der damals einheimische Leiter des Heims machte sich mit dem spärlich vorhandenen Bargeld auf und davon und ließ die Kinder im wahrsten Sinne „im Regen stehen“. Rund 20 Kinder standen somit wieder auf der Straße.

 

Robert und seine Freunde mussten nicht lange überlegen, denn diesen Kindern, denen nun erneut jede Perspektive geraubt war, musste geholfen werden.
Zuerst sammelten sie im Rahmen ihrer touristischen Aktivitäten Geldspenden bei Gästen, um für das Allernötigste zu sorgen – doch das konnte kein dauerhafter Zustand sein. Händeringend wurden Möglichkeiten gesucht, das Heim wieder auf ein neues, tragfähiges Fundament zu stellen.

Seine Freunde aus den Niederlanden aktivierten ihre Kontakte zuhause und gründeten umgehend eine Stiftung, die sich seither (2005) um die finanzielle Basis für das Heim kümmert.
Robert ging einen etwas anderen Weg. Er berichtete auf seinem nächsten Besuch in der bayerischen Heimat im Freundeskreis von diesem Projekt und konnte eine Handvoll dieser Freunde schnell überzeugen. Ein Verein wurde gegründet, der seither ebenfalls unterstützend tätig ist.
COLT war damit aus der Taufe gehoben.

       

Hier die bislang im Laufe der Zeit genutzten Logos unseres Kinderheims:
Bis 2005 (Ccolt), unten von links nach rechts – 2005 nach Übernahme, ab 2012 und seit 2015 ein leicht verändertes Logo, das der neuen Ausrichtung geschuldet war.

Was geschah nun in Deutschland, beim Verein COLT Deutschland e. V.?

Die meisten unserer Gründungsmitglieder waren bereits Mitglied in anderen Vereinen, jedoch noch keiner in der jeweiligen Führung eines Vereins tätig.
Zudem sah man sich jetzt der Herausforderung gegenüber, für ein Projekt in einem weit entfernten Land Spendengelder zu sammeln, ohne auf entsprechende Erfahrungen zurückgreifen zu können.
Was würde praktikabel sein und was nicht, wo würden sich der Hilfsbereitschaft Probleme in den Weg stellen?

Rund ein Jahr lang gestaltete es sich äußerst schwierig Menschen zu überzeugen, gerade für dieses kleine Heim zu spenden. Viele zweifelten an einer sinnvollen Verwendung der Spenden, die man womöglich nicht von zuhause, aus Deutschland überprüfen könne.
Doch diese Befürchtung konnten wir bisher immer mit einem starken Argument widerlegen:
Unser Vorstand Robert war ja vor Ort in Kambodscha, lebte und arbeitete inzwischen dort - quasi ein paar Fahrminuten entfernt in Phnom Penh.
Neben dem Kontakt zu den neugewonnenen Verantwortlichen im Heim waren dadurch jederzeit auch kurzfristige Besuche und Kontrollen möglich.

Die Häufigkeit der Besuche hat heute (2021) aufgrund der räumlichen Entfernung des aktuellen Wohnortes von Robert zu Heim und Gemeinschaftszentrum geringfügig abgenommen, jedoch treffen sich die Vorstandsmitglieder nach wie vor mehrfach im Jahr, um über aktuelle und strategische Fragen zu diskutieren oder Beschlüsse zu fassen. Und selbst außerplanmäßige Besuche des Heims bleiben weiter möglich, wenn Corona dies zulässt – auch wenn es nun rund 150 Kilometer zu überbrücken gilt.

 

Unser Verein war und ist klein, überschaubar, trotzdem konnten wir im Laufe der Jahre Kontakte knüpfen, die eine wichtige Säule unserer Förder-Architektur ausmachen.
Durch regionales und überregionales Engagement einiger Mitglieder konnten zum Teil langjährige Förderer gewonnen werden, z. B. durch die Zusammenarbeit mit dem großen Flohmarkt in Berchtesgaden oder mit unseren Freunden am Lise-Meitner-Gymnasium in Norderstedt.

Sowohl das Heim, als auch unser Verein in Deutschland gingen mit eigenen Webseiten an den Start, die dabei helfen sollten, das Projekt COLT bekannt zu machen und unsere Arbeit zu präsentieren – schließlich käme man bei der Bezeichnung „COLT“ nicht zwangsläufig auf die Unterstützung von Kindern.
Die Webseite des Kinderheims – www.colt-cambodia.org – liefert Informationen aus erster Hand, viele Fotos und ist mittlerweile dreisprachig (niederländisch, englisch und deutsch), die rein deutsche Webseite unseres Vereins  – www.colt-online.de - hingegen legt besonderen Wert auf Aktualität.

Im Jahr 2019 konnte sich COLT Deutschland auch erstmalig über einen regionalen Radiosender einem größeren Publikum in der Region Südostbayern (Chiemgau /Rupertiwinkel und Berchtesgadener Land) vorstellen. Eine Chance, die wir gerne wieder ergreifen möchten – dieses Jubiläumsjahr wäre eine gute Gelegenheit.

Liebe Mitglieder, Freunde und Gönner von COLT, aber auch alle Mitmenschen, die bisher noch keinen Kontakt zu uns hatten – wir würden uns über Ihr Interesse und Ihre Unterstützung sehr freuen, gerade in diesen durch Corona so schwierigen, stark eingeschränkten Zeiten.
Gerne stellen Ihnen Informationsmaterial über COLT zur Verfügung.
Fragen Sie uns einfach…

H. H.