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Januar 2019:

Wetter… Wetter… Wetter…

 

Sehr geehrte Leserin, sehr geehrter Leser,

die Winterzeit ist für unseren Verein jedes Jahr eine vergleichsweise ruhige Zeit.
Der Jahresabschluss des Vorjahres ist in aller Regel bis Mitte Januar abgeschlossen und geprüft, aufgrund der günstigen Konstellation an Arbeits- und Feiertagen zum Jahreswechsel 2018/2019 ging es sogar noch ein wenig schneller als üblich.
Die daraufhin zu versendenden Spendenbescheinigungen wurden ebenfalls abgeschickt.
Somit kehrt für die nächste Zeit bereits wieder Ruhe ein.
Zeit zum Beispiel sich anderen Dingen zu widmen… vielleicht dem Wetter.

Es bedarf keiner großen Erläuterungen, dass sich Klima und Wetter zwischen Kambodscha und Deutschland geringfügig unterscheiden. In Kambodscha befindet man sich in tropischen Gefilden, die sich durch höhere Temperaturen und Luftfeuchte hervortun, aber auch durch die typischen Regenzeiten, die im Spätherbst wieder vorüber sind, jedoch durch Einzelereignisse auch in den Winter hineinreichen können.
In Deutschland dagegen herrscht kontinentales Klima, das durch warme Sommer und kühle Winter gekennzeichnet ist. Hier gibt es auch – noch – Übergangszeiten (Frühling und Herbst), die aber aufgrund der Klimaänderungen der vergangenen Jahre immer kürzer ausfallen.

Eine weitere Auswirkung des Klimawandels bekam der Süden Deutschlands in den vergangenen Wochen zu spüren, wenngleich manche auch behaupten, dies war nur eine Verkettung ungünstiger Umstände…ich spreche von dem Schnee-Chaos in Südbayern und in den Alpen.
In der Region, in der auch unser Sitz von „COLT Deutschland e. V.“ beheimatet ist - im Berchtesgadener Land.

Noch im Winter 2017/2018 vermisste man lange Zeit Schnee im Alpenvorland und auf den Bergen, schließlich reichte es dann doch einige Wochen lang für einen Winter, den man auch so bezeichnen kann. Es folgte ein Sommer mit längerfristig hohen Temperaturen, der schon Ende April begann und fast bis in den November 2018 hineinreichte. Dies machte es Leugnern des Klimawandels nicht unbedingt leichter, ihn zu ignorieren.

Und nun vor wenigen Wochen kam der Winter 2018/2019 mit aller Macht.
Bei vergleichsweise moderaten Temperaturen um den Gefrierpunkt, begünstigt durch die Staulage der Alpen, fiel viel Schnee – sehr viel Schnee. Sicher gab es auch in der Vergangenheit immer wieder extreme Winter, doch wenn eine Schneemenge binnen weniger Tage fällt, die sonst den ganzen Winter über nicht zu finden ist, dann darf man dies durchaus als bemerkenswert bezeichnen.

In unserer Region waren Schneehöhen von rund einem Meter in Tallagen und weit über drei Metern auf den Bergen keine Seltenheit.
Ich darf Ihnen an dieser Stelle weitere Details ersparen – Sie konnten ja in den vergangenen Wochen die Sondersendungen in deutschen Medien verfolgen, die vom Schnee-Chaos und dem Katastrophenfall berichteten. Natürlich waren manche Beispiele spektakulärer als die Wirklichkeit, aber eine ungewohnte Belastung mit zahlreichen Einschränkungen und Gefahren darf man durchaus zugestehen.

Die schwierigen Tage sind nun wieder passé, die Hilfskräfte und der Winterdienst – unterstützt von vielen freiwilligen Helfern – haben gute Arbeit geleistet und konnten sich in harten Zeiten bewähren, was auch durch die Bevölkerung mit zahlreichen Aktionen und Spenden guttiert wurde.

 


Bei uns in Deutschland – in den Alpen – wird der Winter wohl noch eine Weile dauern… darum zum Abschluss dieses Artikels der Blick zurück nach Kambodscha, wo mancher gegen Ende Januar vermutlich gerne überwintern würde.

 

H. H.