Kambodscha - Land und Leute

 

                          

Kambodscha ist ein wunderschönes Land im Südosten Asiens, umgeben von Thailand, Laos und Vietnam
- doch seine Bevölkerung ist vergleichswiese arm.

Gründe dafür sind sicherlich der Vietnamkrieg sowie das Schreckensregime der „Roten Khmer“, die in den 1970-ern binnen weniger Jahre den Tod Millionen unschuldiger Kambodschaner zur Folge hatten.
Bildung war damals keinesfalls hilfreich, sondern häufig der Grund für Verfolgung, Folter und Tod.
Im Land ist erst seit Ende der 1990-er Jahre wieder Frieden eingekehrt, die vormals bestehende Abschottung wurde aufgehoben und Reisen durchs Land wurden wieder möglich.

Ein soziales Netz, wie wir es kennen, gibt es in Kambodscha nicht - die Versorgung wird traditionell über die Familie bewerkstelligt. Doch viele Familien sind bettelarm - auch die teilweise große Zahl an Kindern ist eher problematisch, was natürlich von den betroffenen Familien oft nicht so erkannt wird.
Kinder müssen schon in jungen Jahren wie selbstverständlich zum Unterhalt der Familie beitragen, oft durch schwere, körperliche Arbeit oder noch schlimmere Ausbeutung, z. B. Prostitution.
Zudem sind der Zeit der "Roten Khmer" sicherlich auch viele psychische Probleme noch in heutiger Zeit zuzuschreiben - Gewalt innerhalb der Familien, Alkohol- und Drogenmißbrauch oder dem Auseinanderbrechen von klassischen Familien. Diese Probleme sind noch lange nicht aufgearbeitet, zumal es auch kaum entsprechende, soziale bzw. medizinische Angebote in Kambodscha gibt.


Alte Menschen findet man auch heute noch eher selten – aus den eingangs genannten Gründen sind im Jahr 2015 noch immer rund zwei Drittel der Bevölkerung jünger als 30 Jahre.
Auch die Zahl der Waisenkinder liegt in Kambodscha vergleichsweise hoch - geschätzt ca. 10 % der Kinder unter 15 Jahren, das sind mehr als 450.000 Kinder!

Das Durchschnittseinkommen eines Kambodschaners liegt derzeit (2017) bei rund 65,- US-Dollar pro Monat,
doch Durchschnittswerte bilden die Realität nur bedingt ab.

Obwohl die Menschen fleißig sind und oft hart für ihr Einkommen arbeiten gibt es viele, die nur etwa 1 US-Dollar am Tag verdienen – rund ein Drittel der Bevölkerung ( ca. 4 Mio Menschen) leben damit unterhalb der Armutsgrenze… vor allem auf dem Land.


Dies ist oft zu wenig, um eine Familie zu ernähren... Familien zerbrechen, Kinder werden sich selbst überlassen und müssen auf der Straße ums nackte Überleben kämpfen, wenn ein Rückhalt über die Familie fehlt.

               

 

  • Weniger als 5 % der Kinder (im schulfähigen Alter) besuchen regelmäßig eine Schule -
    denn obwohl es ein Bildungsversprechen des Staates gibt, das den Kindern eine 9-jährige Grundschulbildung ermöglichen soll – Schule kostet Geld
    …und das können sich viele Familien nicht leisten.
    So kommt es aus finanziellen Gründen immer wieder vor, dass Kinder bevor sie auf eine weiterführende Schule gehen, schon wieder zu Hause auf den Feldern mithelfen müssen. Bei mehreren Kindern darf oft nur eines die Schule besuchen - dies ist häufig, kulturell bedingt, der Junge.
    Zumindest liegt die Einschulungsquote zwischenzeitlich schon bei mehr als 90 %, jedoch müssen viele dieser Kinder ihre schulische Laufbahn - wie oben beschrieben - vorzeitig abbrechen.

  • Weniger als 10 % der Menschen haben Zugang zu fließendem Wasser, das aber im ganzen Land keine Trinkwasserqualität besitzt.

  • Weniger als 20 % der Menschen hat Zugang zu Elektrizität – man mag es kaum glauben, wenn man die teilweise vorhandenen, riesigen Einkaufszentren in der Hauptstadt Phnom Penh mit seinen Rolltreppen oder die in durch den Tourismus geprägten Zonen mit Bars und Casinos einmal außen vor läßt -
    vor allem auf dem Land hat elektrischer Strom noch Seltenheitswert. Die Situation bessert sich aber zusehends.
    Zudem wird noch immer der Großteil aus der Verstromung von dieselgetriebenen Turbinen erzeugt - eine absolut nicht umweltfreundliche oder nachhaltige Variante der Stromerzeugung. Dagegen wird das Potenzial der Sonne in diesem tropischen Land kaum genutzt - auch heute im Jahr 2020 noch deutlich zu wenig.